1001kindernacht®

Die ganzheitliche Schlafberatung

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Auf dieser Seite postet 1001kindernacht® regelmässig Texte zu aktuellen Themen rund um das Thema kindliche Schlafentwicklung und Bindung.



24. Mai 2020


Corona oder Distanz – was schadet uns mehr?

 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Corona unsere Gesellschaft dauerhaft verändern wird – ob im Positiven oder im Negativen wird sich zeigen. Menschen sind erstaunlich anpassungsfähige «Gewohnheitstiere» und Gewohnheiten, die wir länger als 30 Tage beibehalten, können sich verankern – eine Tatsache, die wir im besten Fall nutzen können, um ungünstiges Verhalten durch neues zu ersetzen. 

Nach zwei Monaten «Lockdown» stelle ich fest, dass ich mich bereits an viele Veränderungen des Alltags gewöhnt habe. Einiges, was früher zur Lebensqualität dazu gehört hat, vermisse ich kaum: Das Essen im Restaurant, Konzerte oder (Flug)Reisen ins Ausland. Der Ausnahmezustand ist schnell zur «Norm» geworden und ich könnte durchaus so weiterleben. 

Womit ich aber nicht umgehen kann und was mir wesentlich grössere Sorgen bereitet als der Coronavirus und die wirtschaftliche Katastrophe, sind die Distanz und der Berührungsmangel, mit denen wir momentan leben.

 

Ohne mir etwas zu denken, stellte ich mich kürzlich (draussen!) an einer Sammelstelle neben eine Frau, um leere Flaschen einzuwerfen. Sie sah mich vorwurfsvoll an und schrie hysterisch: «Zwei Meter!», drehte sich um und eilte davon. 

Oder ein anderes Beispiel: Ich spazierte mit einer Freundin auf einem Feldweg. Wir gingen nebeneinander und waren ins Gespräch vertieft. Eine Wandergruppe kam uns entgegen und ging in der Einerkolonne an uns vorbei. Als der letzte uns passiert hatte, schrie er uns nach und teilte uns seine Empörung darüber mit, dass wir «die Frechheit» hätten, nebeneinander statt hintereinander zu gehen, was einen genügenden Abstand unmöglich mache. 

 

Solches Verhalten – auch wenn manche es als vernünftig erachten (der Virologe Christian Drosten ist übrigens der Meinung, draussen und bei kurzen Begegnungen sei eine Ansteckungsgefahr kaum möglich) – macht mich sehr nachdenklich. Besonders betroffen bin ich, wenn ich an Kindern vorbei gehe, die zusammenzuzucken und mich erschrocken ansehen, sobald wir uns zu nahekommen. 

 

Eine Zeitlang auf körperliche Distanz zu gehen, um die schlimmste Ausbreitung von Covid 19 zu verhindern, war ohne Zweifel sinnvoll. 


Aber wollen wir auf Dauer so weiterleben? 

 

Nähe und Körperkontakt sind zentrale Elemente für das menschliche Wohlbefinden und von allen Sinnen ist der Tastsinn der einzige, der dauerhaft präsent ist.1 Berührungen haben zahlreiche positive und messbare Auswirkungen: unter anderem Stressreduktion, Entspannung, Senkung des Blutdrucks, Stärkung der Immunabwehr und das Auslösen von Glücksgefühlen. Der Wahrnehmungspsychologe und Leiter des Haptiklabors an der Universität Leipzig, Dr. Martin Grunwald ist überzeugt davon, dass Menschen nach längerer Zeit ohne Berührungen krank werden.2 Kurzfristig können Menschen damit zurechtkommen, aber langfristig hat ein Berührungsmangel negative Konsequenzen. «Deshalb sollte ein Lockdown wie der aktuelle aus psychologischer Sicht sicher nicht länger als ein halbes Jahr dauern.» so Grunwald.3 Er beschreibt in seinem Buch «Homo Hapticus» was im menschlichen Organismus bei Berührungen genau passiert. Eine Umarmung senkt zum Beispiel den Blutdruck, stabilisiert das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend: Alles Effekte, die insbesondere für ältere und gefährdete Menschen von grossem Nutzen sind. Und genau diese Schutzmechanismen fallen momentan für viele Menschen komplett weg. Wer wie ich in einer Familie lebt, dem geht es vermutlich einigermassen gut. Nach wie vor kann ich meinen Mann umarmen und mit unseren Kindern kuscheln. Wie aber sollen ältere und alleinstehende Menschen (in der Schweiz sind das ungefähr ¼ der Bevölkerung, in Deutschland gibt es 41% Singlehaushalte)4 mit dieser absolut unnatürlichen Isolation zurechtkommen? Sich selbst zu berühren oder digital mit anderen Menschen im Kontakt zu sein, hat nicht dieselben Auswirkungen wie zwischenmenschliche Nähe, und sei es auch nur ein Händedruck oder eine kurze Umarmung. 


In einer Studie der Universität der Bundeswehr in Neubiberg werden die psychischen Folgen des aktuellen Berührungsmangels untersucht.5 Professor Merle Fairhurst vom Lehrstuhl für biologische Psychologie, die diese Studie leitet, erkennt bereits einen ersten Trend: Die Menschen gleichen den Mangel an Berührung einerseits durch Musikhören und Sport, andererseits vor allem durch Essen aus. Angenehme Berührungen führen sowohl zu einer Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin und des Belohnungs-Botenstoffs Dopamin, als auch zu einer Reduktion des Stresshormons Cortisol. Fehlen uns aufgrund eines Berührungsmangels diese «Wohlfühl-Prozesse», neigen wir zu Antriebslosigkeit und suchen nach Ersatz. Frauen neigen in solchen Situationen dazu, mehr zu essen, sind bestenfalls aber eher in der Lage, sich selbst Gutes zu tun. Männer hingegen sind auch im Normalfall zurückhaltender mit Berührungen – und dies obschon bereits männliche Säuglinge ein grösseres Bedürfnis nach Berührung haben. Dieses Dilemma führt bei Männern zu einem grösseren Risiko für Einsamkeit und Suizid. «Wir werden nach der Pandemie noch lange Zeit Angst vor Körperkontakt haben.» meint Merle Fairhurst. «Das bereitet mir Sorgen. Ich vermute, dass wir alle durch den Mangel an Berührung momentan mit mehr Stress und Aufregung umgehen müssen».

 

Für Kinder ist Körperkontakt ein wesentlicher Faktor für eine optimale Entwicklung. Insofern sind die Distanzmassnahmen in der Kinderbetreuung sehr kritisch zu betrachten. Berührungen sind zentral für den Beziehungsaufbau, sagt Moritz Daum, Entwicklungspsychologe an der Universität Zürich. «Kinder bauen die sicherste Bindung unter anderem dadurch auf, dass sie in den Arm genommen werden.» Der Tastsinn ist der erste Sinn, der sich beim ungeborenen Kind entwickelt: Embryos reagieren bereits früh auf Berührungsreize. Die Haut ist nicht nur das grösste Sinnesorgan des Menschen, sondern auch das erste, das sich entfaltet. Daum empfiehlt daher, Kinder gerade auch in der jetzigen Zeit oft zu umarmen. Auch Haptikforscher Grunwald betont: «Es darf auf keinen Fall wegen Corona auf die Körperkommunikation mit den Kindern verzichtet werden. Selbst die vorsichtigsten Familien müssen darauf achten, dass die Kinder genügend Interaktionen und körperliche Nähe erhalten – im Notfall mit Mundschutz oder Gummihandschuhen.»6

 

Einsamkeit, soziale Isolation und Berührungsmangel – darunter litten in der westlichen Kultur schon vor der Coronazeit viel zu viele Menschen. Und gerade weil wir eine eh schon sehr distanzierte Gesellschaft sind, die im Vergleich zu anderen wenig Nähe und Körperkontakt zulässt, bin ich der Überzeugung, dass wir uns mit noch mehr Distanz weit mehr schaden als der Coronavirus dazu in der Lage ist. Als Optimistin versuche ich auch hier die Hoffnung nicht zu verlieren: Vielleicht wird uns ja gerade jetzt deutlich bewusst, wie wichtig liebevolle Berührungen für ein erfülltes Leben sind und dass wir diese auf keinen Fall aufgeben wollen.

 

Sibylle Lüpold


1 Ekmekcioglu C. & Ericson A.: “Der unberührte Mensch», edition a Verlag 2011


https://www.domradio.de/themen/corona/2020-04-09/warum-wir-ohne-beruehrungen-auf-dauer-krank-werden-haptikforscher-grunwald-ueber-anfassen-der-corona


https://www.tagblatt.ch/leben/forscher-warnen-auf-keinen-fall-wegen-corona-auf-koerperkontakt-mit-kindern-verzichten-ld.1213255


https://www.tagesspiegel.de/politik/die-pandemie-kann-die-gesellschaft-besser-machen-trotz-coronavirus-wir-muessen-uns-beruehren/25712704.html


https://www.merkur.de/bayern/corona-regeln-zwingen-zu-distanz-studie-untersucht-psychische-folgen-von-beruehrungsmangel-13751956.html


6 Siehe Fussnote 2




7. Mai 2020


«Stillen – Kulturgeschichtliche Überlegungen zur frühen Eltern-Kind-Beziehung»

von Ursula Henzinger, Psychosozial-Verlag 2020 (Überarbeitete Neuauflage)

 

Ich war vor vielen Jahren bereits von der ersten Ausgabe dieses Buches (damals noch mit dem Titel «Stillen – Die Quelle mütterlicher Kraft») begeistert. Damals hatte ich mich dem Thema Stillen durch die persönliche, noch sehr unreflektierte Erfahrung mit unseren ersten beiden Söhnen genähert. 

Ich war und bin heute noch stark beeindruckt von der tiefen Weisheit, die in diesem Buch verborgen ist. Ursula Henzinger schafft es, in Worte zu fassen, was Mütter – wenn auch leider vermutlich längst nicht alle – in einem bestimmten Bereich ihres Lebens, nämlich der Stillzeit, erfahren und erfühlen. Dieser Bereich entzieht sich dem Intellekt durch seine körperlich-emotionalen Aspekte – und soll sich ihm vielleicht auch entziehen. 

Wie kann man erklären, um was es beim Stillen geht, wenn man es nicht erlebt hat oder nicht auf erfüllende Weise erleben konnte? Fachliche Bücher, die die Vorteile oder «Technik» des Stillens beschreiben, Lösungen für Probleme liefern oder die Inhaltsstoffe der Muttermilch auflisten, gibt es viele. Stillen ist aber weit mehr als eine bestimmte Ernährungsform von Menschenkindern. Stillen ist in erster Linie eine zwischenmenschliche Beziehung, die zwei Menschen (Mutter und Kind) so komplett prägt und verändert, dass sie auf eine Weise verbunden sind, die auch nach dem Abstillen Bestand hat. Leider ist Stillen aber auch sehr störanfällig und auf ideale Bedingungen angewiesen: Dazu gehören unter anderem möglichst wenig Trennungen von Mutter und Kind, sowie möglichst viel Unterstützung des Umfelds. Ursula Henzinger beleuchtet diesen psychosozialen und seelischen Aspekt des Stillens auf geschickte Weise: Sie nimmt Märchen als «Übersetzungshilfe» und kann sich daher einer Sprache bedienen, die universell ist und von allen Menschen verstanden wird. 

Neben all dem ist das Buch ein fachlich hochkomplexes Werk, randvoll gefüllt mit Wissen über historische, kulturelle und soziobiologische Zusammenhänge in Bezug auf das Stillen. Die Leser werden durch die verschiedenen Themen der Stillbeziehung hindurchgeführt: Vom Stillbeginn, über das Stillen des Kleinkindes, von der Mutter-Kind-Beziehung zur Vater-Mutter-Kind-Beziehung bis hin zum Abstillen, welches das Buch abrundet. 

Ursula Henzingers Buch ist und bleibt auch in seiner neuen Form ein Kleinod, das seinen festen Platz in meiner Bibliothek gefunden hat. 

 

Sibylle Lüpold, Mai 2020 


25. März 2020


Entspannt schlafen in Zeiten von Corona

 

Es ist eine herausfordernde Zeit, die wir als Gesellschaft gerade durchmachen. Wir reagieren alle anders auf die Veränderungen des Alltags und die aktuellen Belastungen. Berufstätige Eltern, deren Kinder normalerweise ausser Haus betreut sind, sind nun besonders gefordert. Aber auch Eltern, die nach wie vor «funktionieren» müssen, sind auf die nächtliche Erholung angewiesen und können gerade jetzt weniger gut mit schwierigen Nächten umgehen. 

Es kann nun leicht zu einem Teufelskreis kommen: Viele Eltern fühlen sich sowohl durch die intensivere oder sogar pausenlose Betreuung ihres Kindes, als auch durch die Sorge um Gesundheit und Existenz ausgelaugt. Andererseits übertragen sich Anspannung, Stress und Nervosität der Eltern oft auf das Kind. Kinder sind sehr sensibel und nehmen den kollektiven Notzustand sehr wohl wahr. Sie verstehen aber – besonders wenn sie klein sind – nicht oder nicht ganz, um was es geht. Diese unangenehme Anspannung führt beim Kind zu einem inneren Stresszustand, den es zu lösen versucht, indem es entweder mehr Zuwendung einfordert, emotional und «anstrengend» ist oder aber sich zurückzieht und oftmals nicht einschlafen kann. 

 

Wir haben Eltern gefragt, inwiefern ihre aktuelle Schlafsituation durch den «Corona-Notstand» belastet ist. Folgende Antworten haben wir bekommen:

 

  • Das Einschlafen dauert ewig 
  • Mein Kind schreit beim Zubettgehen vermehrt
  • Unser Kind möchte abends immer bei uns Eltern sein
  • Die Nächte sind unruhiger
  • Ich bin am Ende mit den Nerven
  • Mein Kind schläft erst später als gewöhnlich ein
  • Es kommt abends nicht zur Ruhe / ist total aufgekratzt
  • Mein Kind möchte vermehrt kuscheln
  • Seit mein Sohn nicht mehr in die Kita geht, will er mittags nicht schlafen

 

Alle diese «Nebenerscheinungen» sind in einer Krisensituation zu erwarten. Leider gibt es keine einfachen Lösungen, denn eine Krise ist nun mal für alle Betroffenen eine belastende, oftmals länger andauernde Zeit – und vom Coronavirus sind wir eben alle betroffen, sowohl die Eltern als auch unsere Kinder. 

 

Ich bin überzeugt, dass Eltern ihr Bestes geben und zum Glück spüren die meisten sehr gut, was ihre Kinder und auch sie selbst gerade brauchen. Ich will hier keine pauschalen «Ratschläge» verteilen. Aber ich möchte versuchen, Zusammenhänge und Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Situation zumindest ein bisschen zu entspannen. 

Das Thema ist von grosser Wichtigkeit, denn es wurde aufgrund der gesellschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus bereits ein Anstieg an häuslicher Gewalt festgestellt. Belastete Menschen, die den ganzen Tag auf engem Raum zusammen verbringen müssen, die sich durch die Ausgangsperre eingeengt fühlen und die sich Sorgen um ihre berufliche Existenz machen, neigen zu Affektverhalten; von harmloseren Wutausbrüchen bis hin zu körperlicher Gewalt. Wenn Kinder, die neben Frauen zu den häufigsten Opfern zählen, ihre Eltern in dieser Notlage auch noch vom Schlafen abhalten, kann die Situation schnell mal eskalieren. 

 

Kinder wollen ihre Eltern nicht ärgern, wenn sie jetzt nicht (mehr) alleine ein- oder durchschlafen können. Auch wenn Du gerade jetzt von Deinem Kind erwartest, dass es Dir abends und nachts eine Pause gönnt, halte Dir vor Augen, dass Dein Kind sehr brav seinen Auftrag erfüllt. Und dieser Auftrag, den es mit ins Leben gebracht hat, lautet: «Solange Du klein, hilflos und verletzlich bist, stelle sicher, dass Du Dich in der Nähe einer schützenden Bindungsperson befindest. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Du krank oder müde bist, wenn es dunkel wird oder wenn eine Gefahr droht.» Genauso empfindet Dein Kind die aktuelle Situation vielleicht. Es spürt die «Gefahr» und verhält sich aus seiner Sicht goldrichtig: Es sucht in der Einschlafsituation und nachts vermehrt Deine Nähe oder die Deines Partners/Deiner Partnerin, es möchte vermehrt mit Euch kuscheln und tut sich schwer, loszulassen und einzuschlafen («Bin ich nach wie vor sicher, wenn ich eingeschlafen bin oder passiert dann vielleicht etwas?»). Das heißt umgekehrt: Das Beste, was Du tun kannst, damit Dein Kind und folglich auch Du Euch wieder entspannen könnt, ist, ihm – so gut es geht! – das zu geben, was es momentan braucht. 


 

Wie Du Deine/Eure Situation entspannen kannst:

    

  • Ganz viel Sicher- & Geborgenheit vermitteln (bei kleinen Kindern am besten in Form von Körperkontakt), besonders beim Einschlafen und nächtlichen Aufwachen
  • Nicht zu früh zu Bett bringen! Da Dein Kind heute nicht in der Kita oder in der Schule war, hat es sich weniger bewegt und weniger erlebt. Genau wie in den Ferien ist es vermutlich nicht so früh müde (evtl. hat es morgens auch länger geschlafen). Wenn Du möchtest, dass es auch jetzt früher zu Bett geht, musst Du es am Morgen früher wecken und den Tagesschlaf früher ansetzen. Achtung Zeitumstellung am 29. März: Ging Dein Kind bisher immer um 19 Uhr zu Bett, wird es danach erst um 20 Uhr müde sein. Sein Organismus braucht ca. 2 Wochen, um sich auf die neue Zeit einzustellen. 
  • Auch wenn es völlig in Ordnung ist, dass Dein Kind jetzt öfters mal einen Film oder ein Game konsumieren darf, vor dem Zubettgehen sollte es keinem grellen Licht / Blaulicht (PC, Handy, Tablet) mehr ausgesetzt sein! Dies verhindert die für den Schlaf wichtige Melatoninausschüttung.
  • Viel nach draussen gehen (wo das noch möglich ist), am besten in die Natur, wo es wenig Menschen und viel Platz für Bewegung hat. Das Tageslicht und die Natur wirken sich positiv auf unsere Psyche und unsere Schlafqualität aus.
  • Wenn Bewegung ausser Haus nicht möglich ist: Stelle die Wohnung vorübergehend um und schaffe Platz zum Herumturnen. Wenn Dein Kind gerade eh nicht gut alleine schläft, richte doch ein «Matratzenlager» ein, wo Ihr nachts gemeinsam kuscheln und tagsüber Purzelbäume u.a. machen könnt. Die Matratzen schirmen auch den Lärm ab, sollten unter Euch empfindliche Nachbarn wohnen. 
  • Rituale vermitteln in schwierigen Zeiten Sicherheit. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, bereits etablierte Rituale beizubehalten oder bewusst neue einzubauen. Das könnte z.Bsp. ein Tagebuch sein, wo Ihr jeden Abend gemeinsam einschreibt (oder zeichnet), wofür Ihr dankbar seid. Dankbarkeit hat eine positive Wirkung auf unser Wohlbefinden und unseren Schlaf!
  • Falls Du die Nase voll hast von Kinderspielen und Märchenkassetten: Baue bewusst auch immer wieder Momente ein, wo Du auftanken kannst. Höre Musik, die Dir gefällt, tanze oder singe dazu, mache Yoga oder Fitnessübungen (Dein Kind kann daneben mitmachen), rufe eine Freundin an oder gönn Dir einen kleinen Luxus. 
  • Ehrlich und offen mit dem Kind über die Situation reden, damit es diese so gut es geht verstehen kann. Wenn wir etwas verstehen können, reduziert dies unsere Ängste. Permanent über den Coronavirus zu reden ist aber keine gute Idee. Vorsicht: Ständig Nachrichten hören/schauen! Das Kind kann durch die Flut an angstauslösenden Bildern und Botschaften überfordert sein.
  • Eure Gefühle sollen Raum bekommen! Belastete Menschen können sich nicht permanent zusammenreissen. Vielleicht macht Ihr täglich ein «Ventil» auf, wo jeder mal nach Lust und Laune fluchen und herumtoben darf. Wenn Du zwischendurch die Kontrolle verlierst und, ohne es zu wollen, wütend oder genervt zu Deinem Kind bist: Erkläre ihm den Grund für Deinen Ausbruch! Dies ist für Dein Kind sehr entlastend, denn es versteht nicht, dass Du wegen der Ausgangsperre oder Deiner Arbeit angespannt bist – vielmehr bezieht es sonst Deine negativen Äusserungen auf sich und fühlt sich vielleicht schuldig. 
  • Prüfe Deine Gedanken! Frage Dich: Sind die Ängste und Sorgen in meinem Kopf real? Bin ich ganz sicher, dass meine schlimmsten Vorstellungen eintreffen werden? Während ich mit meinem Kind HIER&JETZT im frühlingshaften Wald spaziere oder gemütlich auf dem Sofa kuschle: Geht es uns im Moment gerade wirklich schlecht oder leide ich nur unter meinen Gedanken, die mir davon berichten, was vielleicht auf uns zukommt? Auch wenn es nicht einfach ist: Wie wunderbar, wenn es Euch gelingt, den gemeinsamen Moment zu geniessen! Vielleicht denken wir, sobald «die Zeiten von Corona» vorbei sind, auch etwas sehnsüchtig an diesen «terminfreien» Ausnahmezustand zurück. 

 

Sibylle Lüpold

 


13. Januar 2020


Aktuelles zum Plötzlichen Kindstod


Eine spannende und kritische Diskussionsrunde mit der Bundesbeauftragten des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) für Stillen und Ernährung, Aleyd von Gartzen sowie dem ärztlichen Direktor der Abteilung Neonatologie der Universitätsklinik Tübingen, Prof. Dr. Christian Poetswww.ardo-akademie.de

 


16. Oktober 2019


Wie Babys einschlafen


Ein wunderbares Video von Nicola Schmidt und Weleda: www.youtube.com



25. September 2019


«Ich bereue rein gar nichts und das ist ein sehr schönes Gefühl»


Ein Interview mit Jaël (Schweizer Songwriter) zum Start ins "Muttersein"



15. August 2019


«Die neue Elternschule» von Margot Sunderland


Dorling Kindersley Verlag, München 2017


Mehr Infos siehe Buchtipps

 

 

28. Juli 2019


«Der Zauberkäfer» von Martin Sutoris

 

Das liebevolle Einschlafritual für Kinder, GU Verlag 2018


Mehr Infos siehe Buchtipps


 

 

4. Juli 2019


"Elternschule" - der Film


Am 3. Juli 2019 wurde der umstrittene Film "Elternschule", der die Erziehungsmethoden der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen beleuchtet, auf ARD ausgestrahlt. 1001kindernacht® nimmt dazu Stellung... Weiterlesen

 

 

 

21. Juni 2019


Müde Kinder brauchen Sicher- und Geborgenheit

 

Einige Kinderschlaf-Coaches vertreten die Ansicht, dass viele Eltern den richtigen Einschlafzeitpunkt ihres Kindes verpassen würden und das Einschlafen dann aufgrund der Übermüdung viel schwieriger sei. Durch die Übermüdung würde vermehrt Cortisol ausgeschüttet, was dem Kind schade. Von daher – so die Empfehlung – sei es besser, ein Kind frühzeitig alleine zum Schlafen hinzulegen und wenn nötig kurz schreien zu lassen, als es zu spät und übermüdet in den Schlaf zu begleiten... Weiterlesen 

 

 



 
 

 


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